Kasseler Demokratie-Impuls muss Perspektiven von Betroffenen Berücksichtigen

„Auch in Kassel gibt es Menschen, die von Rassismus und Rechtsextremismus betroffen sind. Viele von Ihnen leisten wertvolle Arbeit in zahlreichen Initiativen und Vereinen. Dies hatten die Kasseler Stadtverordneten im Blick, als sie im November 2018 beschlossen, durch den Kasseler Demokratie-Impuls auch ‚beispielhaftes bürgerschaftliches Engagement von Initiativen, Vereinen, Verbänden oder Einzelpersonen‘ zu würdigen. Die aktuell veröffentlichte Ausschreibung würdigt jedoch ausschließlich wissenschaftliche Arbeiten. Warum der Beschluss der Stadtverordneten in der Ausschreibung des Preises nicht umgesetzt wurde, konnte uns der Magistrat erneut nicht zufriedenstellend beantworten“, sagt Awet Tesfaiesus, Sprecherin für Integration der Rathausgrünen anlässlich der von Dirk Stochla im Rechtsausschuss beantworten Anfrage.

„Die Arbeit gegen Rassismus ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Diese kann nicht nur im akademischen Umfeld, in dem eine unterdurchschnittliche Anzahl von marginalisierten Menschen arbeiten, angegangen werden. Es ist aber wichtig, dass wir diesen Stimmen Gehör verschaffen und ihre Perspektiven einbeziehen. Unsere klare Forderung war neben der Würdigung bürgerschaftlichen Engagements daher, auch bei der Besetzung der Jury und bei der Auftaktveranstaltung die Perspektiven von Betroffenen stärker zu berücksichtigen. Schließlich wird der Preis in Gedenken an Halit Yozgat vergeben“, so Tesfaiesus weiter.

Oberbürgermeister Christian Geselle sei nun gefordert, seine Zusagen zu einer angemessenen Reichweite mit einer vielfältigen Jury zu halten.

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