Auf Sommertour durch die Region

Der Sommer ist für mich Wahlkreiszeit. In den vergangenen zwei Wochen war ich während der parlamentarischen Sommerpause quer durch meinen Wahlkreis Werra-Meißner/Hersfeld-Rotenburg unterwegs – bei den Menschen, Vereinen und Themen, die unsere Region ausmachen. Von der AWO bis zur Bundespolizei, vom Herzberg Festival bis zum Open Flair, vom Sozialstammtisch bis zum gemeinsamen Untersuchen der Wasserqualität des Fulda – vier Stationen stehen für die ganze Bandbreite:

Prävention, die wirkt. Bei SMOG e.V. – „Schule machen ohne Gewalt“ – informierte ich mich über die Arbeit des osthessischen Vereins, der seit über zwei Jahrzehnten an Schulen und Kitas gegen Gewalt und Sucht wirkt: von Streitschlichtung über Medienkompetenz bis zu Aktionstagen gegen rechtes Gedankengut. Schon der Name, von Schülerinnen und Schülern vorgeschlagen, sagt viel – es geht darum, Betroffene wie Verursacher aus dem Dunstkreis von Gewalt und Sucht herauszuholen. Gerade angesichts von Cybermobbing und wachsendem Druck auf den Zusammenhalt ist diese Arbeit wichtiger denn je.

Mit Kreissprecherin Isabel Marder (2.v.l.) zu Besuch bei Heide Aust und Erwin Maisch vom SMOG e.V.

Foto: Awet Tesfaiesus, 2026 ©

Zukunft für den ländlichen Raum. Beim Regionalmanagement Hersfeld- Rotenburg war ich im Gespräch mit Sigrid Wetterau und Johanna Manns. Es ging insbesondere um die Zukunft der LEADER-Förderung, von der unser Landkreis seit Jahren stark profitiert. Seit 35 Jahren hilft LEADER ländlichen Kommunen, eigene Projekte auf die Beine zu stellen – doch die geplante Umstrukturierung der EU-Fonds ab 2028 stellt diese verlässliche Finanzierung infrage. Während die Bundesregierung bislang bei Lippenbekenntnissen bleibt, habe ich bereits im Mai mit der grünen Bundestagsfraktion einen Antrag zum Erhalt von LEADER eingebracht – damit die Mittel dort ankommen, wo sie gebraucht werden: bei den Menschen in unserer Region.

Wasser als Lebensgrundlage. Beim Wasseraktionstag auf dem Rotenburger Marktplatz konnten Besucherinnen und Besucher gemeinsam mit der Binnengewässer-Expertin Dr. Petra Podraza die Wasserqualität der Fulda selbst testen; die Naturschützerin Tatjana Wandel aus Bebra beantwortete Fragen zum Lebensraum Wasser. Gerade in der Hitzewelle spüren wir alle, wie kostbar jeder Tropfen ist – als Getränk, als Abkühlung am Fulda-Ufer und als Lebensraum für unzählige Tiere, vom kleinsten Organismus bis zum Biber. Ich habe mich sehr gefreut, dass zahlreiche Menschen die Ankündigung in der Zeitung zum Anlass genommen haben unseren Stand zu besuchen. Aber auch viele Tagestouristen verweilten am Stand und schauten durch das Mikroskop.

Im Gespräch mit den Therapeutinnen Lena Ehrhard und Dolores Pfordt aus Bebra

Foto: Awet Tesfaiesus, 2026 ©

Gesundheitsversorgung unter Druck. Besonders bewegt hat mich der Austausch mit der Logopädin Dolores Pfordt aus Cornberg, die in Bebra praktiziert, und der Ergotherapeutin Lena Ehrhard. Als rund 400 Briefe mit Patienteneinsprüchen gegen die geplanten Kürzungen im Gesundheitswesen bei mehreren Abgeordneten – auch bei mir – eintrafen, war für mich klar: Da fahre ich hin und höre zu. Schon heute sind die Wartelisten lang, Akutpatientinnen und -patienten kaum unterzubringen, der Fachkräftemangel verschärft die Lage. „Mir ist eine gute Versorgung meiner Patienten wichtig“, sagt Dolores Pfordt – und genau diese sieht sie durch weitere Einsparungen und steigende Zuzahlungen gefährdet. Am härtesten trifft das jene, bei denen am Monatsende ohnehin wenig übrigbleibt. Genau darum geht es mir bei diesen Begegnungen: Was ich vor Ort höre, nehme ich mit ins Parlament. Besonders schön war, dass ich bei vielen Terminen nicht alleine war. Fast immer fanden sich Grüne aus dem KV, die Lust hatten, mitzukommen. Wer mir bei einem meiner nächsten Termine im Wahlkreis begegnen möchte, ist herzlich eingeladen.