
Über Awet
Ich kam in Asmara, Eritrea, zur Welt und mit meinen Eltern als Kind nach Deutschland.
Nach meinem Abitur habe ich an der Uni Heidelberg Rechtswissenschaften studiert.
2006 folgte meine Zulassung als Rechtsanwältin durch die Rechtsanwaltskammer München. 2007 habe ich eine Rechtsanwaltskanzlei für Asyl- und Sozialrecht in Kassel gegründet, die ich bis Ende 2021 geführt habe.
2009 bin ich der Partei Bündnis 90/Die Grünen beigetreten. Von 2012 bis 2015 war ich Beisitzerin im Parteivorstand der Kasseler Grünen. Ein Jahr darauf war ich von 2016 bis Ende 2021 Stadtverordnete und Sprecherin für Integration und Gleichstellung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kasseler Rathaus. In den letzten drei Jahren war ich von 2019 bis 2021 stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Anti-Diskriminierungspolitische Sprecherin und zuletzt Vorsitzende im Ausschuss für Chancen, Gleichstellung, Integration und Eingaben.
2021 wurde ich als erste Schwarze Frau in den 20. Deutschen Bundestag gewählt. Hier vertrat ich die Grüne Bundestagsfraktion im Rechtsausschuss sowie als Obfrau im Kultur und Medienausschuss. Außerdem bin ich stellvertretendes Mitglied im Auswärtigen Ausschuss, im Unterausschuss Europarecht, im Wahlausschuss und im Unterausschuss Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik.
Seit meinem Wiedereinzug in den (21.) Deutschen Bundestag nach der Wahl 2025 bin, arbeite ich in den Schwerpunkten Künstliche Intelligenz (KI) und Urheberrecht und Auswärtige Kulturpolitik. Ich bin Obfrau im Ausschuss für Kultur und Medien.
Seit meiner Wahl in den Deutschen Bundestag nehme ich Bundesdelegiertenkonferenzen aus grundsätzlichen Erwägungen als Gast teil.
Anmerkung: Ich bin Mitglied der Rechtsanwaltskammer Kassel und Rechtsanwältin unter Befreiung von der Kanzleipflicht (§ 29 BRAO, sog. „Statusrechtsanwältin“); den Beruf übe ich nicht entgeltliche aus.
Darum bevorzuge ich freie Netzwerke und Freie Software
„The internet makes everyone a pamphleteer“, hieß es mal vor vielen Jahren. In der Gegenwart ist das nicht mehr so. Die Art, wie wir kommunizieren, ist in unserer Zeit auch eine politische Entscheidung. Dazu gehört sowohl die Wahl der Art der Kommunikation (digital, analog, verbal) als auch, auf welchem Weg wir kommunizieren, also meist: auf welchem Netz.
Wer auf Plattformen aktiv ist, die von großen Konzernen betrieben werden, nimmt in Kauf, dass öffentliche Debatten von (sehr intransparenten) Algorithmen gesteuert, Beiträge gefiltert und Nutzerdaten kommerziell verwertet werden. Diese Logik steht im Widerspruch zu einer demokratischen Öffentlichkeit, in der alle die gleiche Chancen haben, gehört zu werden.
Obwohl ich kein Tech-Nerd bin (oder je war), habe mich bewusst für den Austausch auf Mastodon entschieden. ein dezentrales, werbefreies Netzwerk, das nicht einem Unternehmen gehört, sondern einer Gemeinschaft. Dort gibt es keine „Reichweitenlogik“, die Aufmerksamkeit nach Klickzahlen und Wunsch der Betreiber verteilt. Diskussionen sind dort offener, unmittelbarer, weniger inszeniert und (jedenfalls an vielen Tagen) näher an dem, was Demokratie eigentlich braucht: gegenseitiges Zuhören und faire Teilhabe am Diskurs.
Ähnliches gilt für meine tägliche Arbeit mit Open-Source-Software.
Bereits als Anwältin habe ich Freie Software (im Sinne der Definition der FSF) eingesetzt. Offene Systeme ermöglichen es, Abläufe nachvollziehbar zu gestalten, Schwachstellen zu erkennen und Wissen gemeinsam weiterzuentwickeln. Sie stehen für Souveränität und Selbstbestimmung – Werte, die für mich nicht nur technisch, sondern zutiefst politisch sind.
Leider ist das im Deutschen Bundestag viel schwerer als in einer Anwaltskanzlei. Aber steter Tropfen höhlt vielleicht auch dort den Stein.
Natürlich weiß ich auch, dass es im politischen Raum auch um Sichtbarkeit geht. Deshalb nutze ich auch (ein) kommerzielles Netzwerk zur Kommunikation. Mein Anspruch und meine Wirklichkeit stehen also noch nicht im Einklang mit einander, aber die Möglichkeitsräume für Freie Software und offene Netze werden stetig größer. Das freut mich.
Kurzvita
geboren am 5. Oktober 1974 in Asmara, Eritrea
evangelisch; verheiratet; ein Kind
2001 Erstes juristisches Staatsexamen, Universität Heidelberg
2006 Zweites juristisches Staatsexamen, Oberlandesgericht
Frankfurt a.M.
Seit 2006 Rechtsanwältin
Seit 2009 Mitglied Bündnis 90/Die Grünen
2012 bis 2015 Beisitzerin im Parteivorstand der Kasseler Grünen
2016 bis 2021 Stadtverordnete, Sprecherin für Integration und Gleichstellung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kasseler Rathaus
2019 bis 2021 stellvertretende Fraktionsvorsitzende, zuletzt Anti-Diskriminierungspolitische Sprecherin und Vorsitzende im Ausschuss für Chancen, Gleichstellung, Integration und Eingaben
Seit 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages
Mitgliedschaften und Ämter im Bundestag
Ordentliches Mitglied
Stellvertretendes Mitglied
Mitgliedschaften in sonstigen Gremien
Ordentliches Mitglied
Stellvertretendes Mitglied
Vorsitz

