Foto des Besuchs

Awet Tesfaiesus mit Mitarbeitern der Stiftung "Adam von Trott" vor dem Gebäude der Stiftung

Antifaschismus-Arbeit

In Imshausen hatte ich die Möglichkeit die Stiftung „Adam von Trott“ zu besuchen und die multimediale Ausstellung über das Leben Adams von Trott und sein Wirken im Widerstand gegen den Nationalsozialismus kennenzulernen.

Adam von Trott zu Solz war von Beginn an ein Gegner des nationalsozialistischen Regimes und setzte sich aktiv für den Sturz der Nazi-Diktatur ein. Trott gehörte zum Kern der Widerstandsgruppe „Kreisauer Kreis“ um Graf von Moltke und Graf Yorck von Wartenburg. In Zusammenarbeit mit Graf von Stauffenberg war er an der Widerstandsaktion des 20. Juli 1944 beteiligt.

Der Präsident des so genannten „Volksgerichtshofs“, Roland Freisler (genannt „Blut-Freisler“), führte gegen ihn und weitere Mitglieder nach dem Scheitern der Aktion des Kreisauer Kreises einen Schauprozess. Elf Tage nach der juristischen Farce, die im Wesentlichen aus der öffentlichen Demütigung der angeklagten Demokraten und Regimegegner bestanden hatte, wurde Adam von Trott zu Solz am 26.08.1944 im Alter von 35 Jahren hingerichtet.

Adam von Trott entwickelte vor seiner Ermordung auch Pläne und Ideen für ein freies Europa nach einer Überwindung der Gewaltregime auf dem europäischen Kontinent. Neun Monate nach seinem Tod erlebte die Welt den Zusammenbruch der faschistischen Gewaltherrschaft. Leider konnte von Trott selbst nicht mehr miterleben, wie der große europäische Bürgerkrieg, der die Welt mit in den Abgrund gerissen hatte, endete. Auch die Westbindung Deutschlands oder die Europäischen Verträge oder die Montanunion, aus denen später die europäische Einigung wurde und die er vor seinem Tod erträumt hatte, erlebte er nicht mehr.

Eine bewußte Entscheidung für sein Deutschland

Obwohl von Trott zahlreiche Möglichkeiten offen standen, sich dem Zugriff des Regimes zu entziehen, hat er sich mehrfach bewußt für eine Rückkehr in das Staatsgebiet des Deutschen Reichs entschieden.

„Der Dienst an den Rechten des Einzelnen – des ‚Menschen‘, wie die Naturrechtler sagen – im Zusammenhang und im Konflikt mit all den äußerlichen Ordnungen und Hindernissen ist mir ungleich wichtiger als der Dienst am ‚Staat‘, der zur Willkür geworden ist.“

Adam von Trott

Sippenhaft für Clarita von Trott und ihre Töchter

Die Ehefrau von Adam von Trott, Clarita von Trott zu Solz, wurde nach der Verhaftung ihres Mannes – entsprechend der nationalsozialistischen Doktrin – in „Sippenhaft“ genommen. Sie wurde zusammen mit anderen Frauen von Widerstandskämpfern im Gefängnis Berlin-Moabit inhaftiert.

Nach dem Krieg absolvierte Clarita von Trott zu Solz ein Medizinstudium und lebte bis 2013 in Berlin.

Eine tolle Ausstellung

Es war mir eine große Ehre mit Mitarbeiter*innen der Stiftung und Mitgliedern der Familie Zeit verbringen zu können und ich danke ihnen herzlich.

Die Ausstellung vor Ort kann ich jeder und jedem (nicht nur aber auch jungen Menschen) sehr empfehlen.

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